BookTok-Phänomen oder Nostalgiekult? Wieso ich die ´bessere´ Amazon-Serie nach einer Folge abgebrochen habe

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Off Campus

Die erste Folge ist schön gefilmt, es gibt einen äußerst attraktiven Cast und der Soundtrack gefällt mir.

Die Story vom Eishockeyspieler, der sich nicht binden will, und dem Mauerblümchen, das ihn bekehrt, klingt allerdings erst einmal nicht so spannend.

Auch die Geldnot der Heldin nehme ich der Serie nicht so richtig ab.

Trotzdem hat mich diese erste Folge insgesamt so gut unterhalten, dass ich kurz überlegt habe, für werbefreies Schauen zu zahlen

– was ich am nächsten Tag zusammen mit der ganzen Serie dann aber wieder komplett vergessen hatte.

Elle

Schon nach zwanzig Minuten war ich angefixt.

Elle Woods muss ihre Heimat Bel Air verlassen, weil ihr Vater beruflich in Ungnade fällt. Sie landet mit ihren Eltern ausgerechnet im grauen, regnerischen Seattle.

Dort fällt die immer pink gekleidete Elle unter den Grunge-liebenden, schwarz gekleideten Mitschülern auf wie ein Flamingo unter Tauben. Sie ist von Anfang an die Außenseiterin, mit der niemand etwas zu tun haben will, und tritt außerdem noch in ein Fettnäpfchen nach dem anderen.

Pink-Optimismus gegen Nirvana-Kult

Der visuelle und kulturelle Gegensatz dieser Serie ist einfach genial.

Elles pinke Welt knallt frontal auf das graue Seattle der frühen Neunziger mit seiner Grunge-Kultur.

Sofort frage ich mich: Wie um Himmels Willen soll sich Elle in dieser Fish-out-of-Water-Story jemals behaupten?

Bei Off Campus war mir der Ausgang egal. Hier will ich es wissen.

Kill them with kindness

Keine andere Serienfigur passt so gut zu diesem Satz wie Elle:

ihr unerschütterlicher Optimismus,

ihre Herzensgüte,

ihre vorurteilslose Art gegenüber allen Menschen.

Und die Tatsache, dass sie niemals aufgibt, egal wie oft ihr das Leben – oder ihre Mitschüler – den Mittelfinger zeigen.

Das macht sie für mich zu einem echten Vorbild.

Außerdem liebe ich Underdog-Geschichten, auch wenn Elle aufgrund ihrer privilegierten Herkunft natürlich keine klassische ist.

Aber das Gefühl, nirgendwo dazuzugehören, kennt wahrscheinlich jeder. Ich jedenfalls kenne es und habe sofort mitgefühlt.

Hype vs. Haltung

Off Campus schaue ich vielleicht noch mal, denn es ist reiner Eskapismus zum Abschalten und Schwelgen, Alltagssorgen vergessen – und das tut manchmal einfach gut.

Elle ist für mich aber einfach die packendere Serie, die Denkanstöße bietet und mit Elle Woods ein echtes Rolemodel als Hauptfigur hat.

Bei der Wahl Hype versus Story entscheide ich mich also definitiv für die Story.

(Ich bin allerdings auch jemand, der jeden Hype kosequent verpasst ( Der Teufel trägt Prada 2 zum Beispiel hab ich immer noch nicht gesehen.)

Welche der beiden Serien ist euer Favorit?

About the Author: Katharina Herzog Autorin

Katharina Herzog ist eine erfolgreiche Beststeller-Autorin, die Liebesromane für den Rowohlt Verlag und All-Age-Fantasy-Romane für den Dressler und den Loewe Verlag schreibt.
Außerdem ist sie Inhaberin der Schreibakademie Herzog, wo sie Kurse zum Romanschreiben gibt.

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